Reiseführer

Bečići & Sveti Stefan: die schönsten Kieselstrände der Budva-Riviera

Zwei Kilometer gepflegter Kiesel, eine fotogene Inselburg und eine große Auswahl an Beach-Bars – alles, was man für einen Strandtag in Bečići oder Sveti Stefan 2026 wissen muss.

Warum Bečići und Sveti Stefan einen eigenen Reiseführer verdienen

Die meisten Erstbesucher Montenegros quartieren sich in Budva ein und verbringen ihre Strandtage an Mogren oder Jaz. Das ist eine gute Wahl – aber sie lässt zwei der lohnendsten Küstenabschnitte der Riviera ungenutzt, die nur eine kurze Fahrt südlich liegen. Bečići und Sveti Stefan liegen rund 6 bzw. 9 km von Budva entfernt, und ihre Kombination aus klarem Wasser, gepflegtem Kiesel und echtem Charakter macht sie für einen eigenen Tagesausflug – oder als bewusst gewählte Unterkunftsbasis – absolut empfehlenswert.

Bečići: der längste Strand der Riviera

Bečići erstreckt sich auf rund zwei Kilometer und ist damit der längste zusammenhängende Kiesstrand der montenegrinischen Küste. Die Küstenlinie ist nach Südwesten ausgerichtet, fängt nachmittägliche Sonne gut ein und ist meist vor dem nördlichen Bora-Wind geschützt. Die Wasserklarheit ist durchgehend gut: Der Kiesboden fällt sanft ab, sodass das Hineinwaten angenehm ist – ein Paar Badeschuhe erleichtert die ersten Schritte jedoch.

Der Strand gliedert sich in einen öffentlichen Bereich und mehrere private Beach-Bar-Konzessionen. Im öffentlichen Bereich legt man sein eigenes Handtuch kostenlos aus. In den privaten Abschnitten kosten Sonnenliegen etwa EUR 5–12 pro Tag für eine einzelne Liege, ein Set (zwei Liegen plus Sonnenschirm) meist EUR 15–25. Die Preise steigen zur Mitte des Strandes hin und in der Hochsaison im Juli und August; wer vor 9:00 Uhr kommt, sichert sich in der Hochsaison eine bessere Position und manchmal einen günstigeren Frühbucher-Tarif.

Essen und Trinken sind entlang von Bečići wirklich gut. Die meisten Beach-Bars grillen frischen Fisch und servieren kalte Getränke; ein Teller gegrillter Wolfsbarsch oder eine gemischte Meeresfrüchteplatte kostet pro Person rund EUR 15–25. Die Atmosphäre erreicht ihren Höhepunkt am späten Nachmittag, wenn das Licht golden wird und DJs in den lebhafteren Bars ihre Abendsets einläuten.

Anreise nach Bečići

Von Budva aus ist die Küstenstraße die einfachste Option – ein Taxi braucht etwa zehn Minuten und kostet nur wenige Euro. In der Hochsaison verkehrt ein Shuttle-Minibus zwischen dem Busbahnhof Budva und Bečići. Wer vom Flughafen Tivat (dem nächstgelegenen Flughafen, rund 20 km entfernt) oder aus Podgorica (etwa 65 km) anreist, findet eine unkomplizierte Strecke vor; Parkplätze gibt es auf dem Hügel oberhalb des Strandes, die jedoch im Juli und August nach 10:00 Uhr schnell belegt sind.

Sveti Stefan: die Insel als Kulisse

Vier Kilometer südlich von Bečići liegt eine der meistfotografierten Sehenswürdigkeiten der gesamten Adriaküste. Sveti Stefan ist eine kleine befestigte Insel, die durch einen schmalen Damm mit dem Festland verbunden ist; seit 2009 wird die Insel selbst als Luxushotel betrieben. Der öffentliche Strand liegt auf beiden Seiten des Damms – zwei kleinere Buchten aus grobem Kiesel, die zusammen intimer und dörflicher wirken als der breite Bogen von Bečići.

Allein wegen des Anblicks lohnt sich ein Besuch in Sveti Stefan. Die ziegelroten Dächer der Inselbauten ragen direkt aus dem Wasser, und der Blick vom Strand zurück über den Damm ist der, den man von unzähligen Reiseplakaten kennt. Sonnenaufgang und spätnachmittägliches Licht sind gleichermaßen spektakulär; wer früh aufbrechen kann, findet ruhigeres Wasser und einen nahezu leeren Strand.

Liegenpreise in den privaten Bereichen rund um Sveti Stefan tendieren zum oberen Ende der Riviera-Preisspanne – mit EUR 10–15 für eine Liege und EUR 40–80 oder mehr für einen Baldachin oder eine Cabana mit Vollschatten und Tischservice muss man rechnen. Es gibt jedoch auch öffentliche Strandabschnitte ohne Gebühr. Das Meer ist hier eines der klarsten der Küste, was zum Teil daran liegt, dass die Bucht vergleichsweise flach ist und der Kiesboden kaum aufgewirbelt wird.

Wann reisen: Saison und Bedingungen

Die Badesaison läuft von Mitte Juni bis Ende September. Die Wassertemperatur erreicht im August rund 25–26 °C – dem wärmsten und zugleich belebtesten Monat. Juni und September bieten einen reizvollen Kompromiss: Das Wasser ist kühler (rund 22–23 °C im Juni, Ende September noch sehr angenehm), aber die Strände sind deutlich ruhiger, Liegenpreise fallen oft niedriger aus, und das Licht für Fotos ist weicher. Wer einen entspannten Strandtag mehr schätzt als Partyatmosphäre, liegt Anfang Juni oder in den ersten zwei Septemberwochen goldrichtig.

Juli und August bringen das volle Hochsaison-Erlebnis: DJs, Cocktailkarten, organisierte Wassersportangebote und erhebliches Gedränge ab Mittag. Wer in der Hochsaison garantierten Schatten an einem beliebten Sveti-Stefan-Betreiber möchte, sollte einen Baldachin einen Tag im Voraus reservieren.

Praktische Tipps

Badeschuhe lohnen sich für beide Strände – der Kies ist gerundet und im Wasser angenehm, aber der Einstieg kann rutschig sein. Die meisten Beach-Bars verleihen sie für ein oder zwei Euro, falls man sie vergessen hat.

Taxis zwischen Bečići und Sveti Stefan sind günstig und fahren den ganzen Tag. Den Preis vorher vereinbaren oder ein Taxameter-Cab eines seriösen Unternehmens nutzen. Die Küstenstraße ist malerisch genug, sodass die kurze Fahrt selbst zum Erlebnis wird.

Beide Strände an einem einzigen Tag zu kombinieren ist völlig problemlos. Den Vormittag in Sveti Stefan verbringen – ruhiger, kühler, wunderschön für Fotos – und nachmittags nach Bečići wechseln, wo mehr Auswahl an Beach-Bars und eine lebhaftere Atmosphäre warten. Die Fahrt zwischen beiden dauert keine zehn Minuten.

Beide Orte haben Hotels und Ferienwohnungen für alle Budgets. Wer in Bečići übernachtet, ist zu Fuß von Budva entfernt und hat bequemen Zugang zu beiden Stränden – ganz ohne Auto. Eine bessere Lage auf diesem Küstenabschnitt lässt sich kaum finden.

Fazit

Bečići und Sveti Stefan decken die beiden Enden des Riviera-Tages ab – der eine lang, gesellig und lebendig; der andere intim, landschaftlich außergewöhnlich und ideal für ein langsameres Tempo. Keiner erfordert ein teures Pauschalangebot oder ein hohes Budget, und beide sind von Budva in wenigen Minuten erreichbar. Sie sind die am meisten unterschätzten Anlaufpunkte an einer Küste, die ohnehin schon viel Konkurrenz hat.

Empfohlene Strandlokale

Häufig gestellte Fragen

Ist der Strand von Bečići Kies oder Sand?

Bečići ist ein Kiesstrand – vom Meer glattgeschliffen, sodass er im Wasser angenehm unter den Füßen ist, der Einstieg kann jedoch rutschig sein. Die meisten Besucher bringen Badeschuhe mit oder leihen sie für die ersten Schritte aus.

Anders als Sandstrände wie die Velika Plaža in Ulcinj oder der mittlere Abschnitt von Jaz hat Bečići keine nennenswerten Sandstreifen. Der Vorteil: Das Wasser bleibt außergewöhnlich klar, weil Kies das Flachwasser nicht so aufwirbelt wie feiner Sand. Eine Strandmatte oder eine gepolsterte Liege ist hier praktischer als an einem Sandstrand.

Kann man am Strand von Sveti Stefan kostenlos schwimmen?

Ja. Die öffentlichen Strandabschnitte zu beiden Seiten des Sveti-Stefan-Damms sind ohne Eintritt zugänglich. Man ist nicht verpflichtet, eine Sonnenliege zu mieten oder in einer Beach-Bar etwas zu konsumieren, um hier zu schwimmen.

Die privaten Konzessionen – Sonnenliegen ab rund EUR 10–15 pro Liege, Baldachine ab etwa EUR 40–80 – belegen Teile der Buchten, aber links und rechts davon gibt es weiterhin freie Kiesstreifen. In der Hochsaison im Juli und August sind die kostenlosen Bereiche schon am Vormittag voll; wer einen guten Platz ohne Liegenmietung möchte, sollte vor 9:00 Uhr ankommen.

Wie weit ist Bečići von Budva entfernt, und wie kommt man dorthin?

Bečići liegt etwa 6 km südlich von Budva an der Küstenstraße, eine Fahrtstrecke von ungefähr zehn Minuten. Taxis sind die bequemste Option und kosten nur wenige Euro pro Strecke. In der Hochsaison verkehren Minibusshuttles (Kombi) vom Busbahnhof Budva nach Bečići und weiter in Richtung Sveti Stefan.

Sveti Stefan liegt weitere 3–4 km von Bečići entfernt, etwa fünf Minuten mit dem Auto. Wer beide Strände an einem Tag besuchen möchte, kann den Vormittag an Sveti Stefan und den Nachmittag am längeren Strand von Bečići verbringen. Auf der Küstenstraße zwischen beiden lassen sich einfach Taxis anhalten.

Welcher Monat ist am besten, um Bečići und Sveti Stefan ohne große Menschenmassen zu besuchen?

Anfang Juni und die erste Septemberhälfte sind ideal. Die Wassertemperaturen sind angenehm – rund 22–23 °C im Juni und 23–25 °C im frühen September –, Beach-Bars und Liegenangebote sind vollständig in Betrieb, und die Strände sind deutlich ruhiger als im Hochsommer im Juli und August.

Juli und vor allem August sind die geschäftigsten Monate: Bečići kann schon um 10:00 Uhr voll sein, die Buchten bei Sveti Stefan füllen sich noch schneller. Auch die Preise für Liegen und Baldachine sind dann am höchsten. Wer flexibel ist, bekommt Ende Juni oder Anfang September nahezu identische Bedingungen wie im Hochsommer – bei einem Bruchteil der Besucherdichte. Das Meer bleibt bis Ende September warm genug für komfortables Schwimmen.