Montenegros Adriaküste bietet auf einem kurzen Küstenabschnitt enorme Vielfalt. Sutomore, ein breiter Sandbogen knapp südlich von Bar, empfängt seit Generationen Sonne-und-Meer-Urlauber; Mogren, unterhalb der Mauern von Budvas Altstadt gelegen, belohnt diejenigen, die bereit sind, etwas weiter zu gehen — für ein weit atmosphärischeres Ambiente. Beide bieten warmes, klares Wasser und verlässliche Sommersonne, verlangen aber sehr unterschiedliche Dinge vom Besucher — und geben sehr unterschiedliche Dinge zurück.
Der Strand selbst
Sutomore erstreckt sich über rund 1,5 km und ist einer der längsten echten Sandstrände an der montenegrinischen Küste — eine Seltenheit in einem Land, das von Kies und grobem Schotter dominiert wird. Der Sand ist nahe der Wasserlinie hell und weich, wird zur Promenade hin fester. Der Einstieg ins Meer ist sanft und flach auf den ersten zehn Metern, weshalb Familien mit kleinen Kindern den Strand ab Mitte Juni füllen. Die Kulisse ist bescheiden: eine niedrig bebaute Ferienstadt, eine Bahnlinie und die grünen Hänge der Sozina-Hügel.
Mogren besteht eigentlich aus zwei Buchten — Mogren I und Mogren II —, die durch einen kurzen Tunnel im Kliffvorsprung miteinander verbunden sind. Beide sind Kiesstrand, mit glattem Untergrund und einer außergewöhnlichen türkisfarbenen Wasserfarbe im Vormittagslicht. Von bewaldeten Klippen umgeben und dem Adriatischen Meer zugewandt, wirkt das Ambiente mediterran auf eine Art, die größere, kommerzielle Strände selten erreichen. Der Meereseinstieg ist steiler und tiefer als in Sutomore, sodass geübte Schwimmer mehr davon haben.
Die Atmosphäre
Sutomore ist entspannt und unkompliziert. Die Promenade ist gesäumt von Cafés, Imbissständen und Souvenirläden, die im Juli und August bis Mitternacht geöffnet haben. Sie zieht montenegrinische Familien, Urlauber aus Serbien und Bosnien sowie eine wachsende Zahl budgetbewusster Besucher aus weiterer Entfernung an. Im Sommer ist hier nie Ruhe — und das wird auch nicht entschuldigt. Die Stimmung ist fröhlich und gesellig.
Mogren ist ruhiger und bewusst malerisch. Tagesbesucher nehmen den 10-minütigen Küstenpfad von Budvas Altstadt dorthin, was die Besucherzahlen im Vergleich zu direkt anfahrbaren Stränden natürlich begrenzt. Das Publikum ist jünger und internationaler — Paare, Alleinreisende und alle, die sich informiert haben und mehr als einen Liegestuhl auf einem großen Sandstreifen suchen. Auf beiden Buchten gibt es Strandlokale, die eher die natürliche Umgebung betonen, als mit den Clubs der Budva Riviera zu konkurrieren.
Einrichtungen und Kosten
Sutomore bietet alles, was ein konventioneller Ferienstandstrand braucht: Reihen von Liegestühlen und Sonnenschirmen (ca. EUR 8–12 pro Paar und Tag), Außenduschen, Umkleidekabinen sowie Wassersportverleih mit Tretbooten, Jet-Ski und Banana-Boat-Betreibern. Unterkünfte in Laufweite reichen von Privatappartements bis zu einfachen Hotels, und die Preise zählen zu den günstigsten an der ganzen Küste.
Mogrens Einrichtungen sind einfacher, aber gepflegt. Liegestuhlsets kosten EUR 10–15 pro Paar; die Strandlokale servieren Getränke, leichte Snacks und Gegrilltes. Großen Wassersportbetrieb gibt es nicht — die Buchten sind zu klein und geschlossen dafür — was die Ruhe dort tatsächlich steigert. Besucher verbinden einen Vormittag in Mogren meist mit einem Nachmittag oder Abend in Budvas Altstadt oder auf der breiteren Budva Riviera.
Für wen welcher Strand geeignet ist
Sutomore ist die klare Wahl für Familien mit kleinen Kindern, für alle, die einen sanften Sandeinstieg ins Meer bevorzugen, oder für Urlauber, die einen in sich geschlossenen Strandurlaub zu vernünftigen Preisen wünschen. Der Strand ist auch gut per Bahn erreichbar — die Linie Bar–Belgrad hält am Bahnhof Sutomore, sodass er auch ohne Auto erreichbar ist.
Mogren eignet sich für Paare, Alleinreisende und alle, für die Atmosphäre genauso wichtig ist wie Platz. Wer bereits in Budva untergebracht ist — oder es in Betracht zieht —, wird der kurze Fußweg nach Mogren jedes Mal belohnt. Die Kombination aus Klifflandschaft, blaugrünem Wasser und der Nähe zu einer der interessantesten Altstädte der Küste ist kaum zu übertreffen.

