Sutomore und Čanj liegen nur 4 Kilometer voneinander entfernt an der Bar-Küste und bieten beide etwas Seltenes an der montenegrinischen Küste: echte Sandstrände zu vernünftigen Preisen. Doch sie sprechen unterschiedliche Besucher auf unterschiedliche Weise an. Sutomore ist groß, belebt, günstig und bei Balkanurlaubern aus dem Inland beliebt; Čanj ist kleiner, ruhiger und etwas gepflegter. Der Vergleich hilft Ihnen, je nach gewünschtem Erlebnis die richtige Wahl zu treffen.
Lage und Umgebung
Sutomores Strand erstreckt sich über 1,5 km dunklen, mittelfeinen Sand direkt hinter der Strandpromenade. Die Kulisse ist zweckmäßig, aber keine Schönheit: Eine dichte Reihe von Hotels und Appartementhäusern säumt den Strand im Rücken, dahinter verläuft die Bahnlinie, und die Infrastruktur ist von der ehrlichen, ungeschminkten Sorte – Betonpromenaden, belebte Straßen, Eisdielen. Was malerische Panoramen angeht, kann Sutomore mit den schönsten Abschnitten der montenegrinischen Küste nicht mithalten.
Čanj liegt in einem schmaleren Tal, von grünen Hügeln auf drei Seiten umgeben, und das Meer wird schon von der Zufahrtsstraße sichtbar. Der Strand ist mit 700 Metern kürzer, dafür jedoch reizvoller – Steinhäuser, Feigenbäume, ein kleiner Hafen und das Gefühl, dass der Ort rund um den Strand gewachsen ist, nicht umgekehrt.
Gedränge und Atmosphäre
Sutomore ist für sein Gedränge berühmt. Die Eisenbahnlinie Belgrad–Bar hat einen Halt 200 Meter vom Strand entfernt, und von Juli bis August bringen die Züge kontinuierlich Wochenendbesucher aus Serbien und Bosnien. An einem August-Samstag auf dem Höhepunkt der Saison ist der Strand dicht bevölkert, die Restaurants an der Promenade quellen abends über, und die ganze Stadt läuft auf voller Sommerlast. Es ist laut, gesellig und ausgelassen auf eine typisch balkanische Art.
Čanj hat ein ganz anderes Tempo. Die Besucher sind überwiegend Familien aus Bar und den umliegenden Orten, serbische Urlauber, die einen ruhigeren Aufenthalt bevorzugen, und gelegentlich ein ausländischer Reisender, der den richtigen Reiseführer gelesen hat. Überfüllt ist der Strand selten. Die Abende sind still statt ausgelassen.
Wasser und Baden
Beide Strände bieten einen sicheren, flachen Einstieg mit sanft abfallendem Boden – ideal für Familien mit kleinen Kindern. Sutomores Wasser ist angesichts der Besucherzahlen in der Regel sauber und wird regelmäßig auf Wasserqualität kontrolliert. Das Wasser von Čanj, mit weniger Badegästen, ist durchgängig klar und sauber. Weder der eine noch der andere Strand bietet das dramatische Unterwassererlebnis von Mogren oder Žanjic – hier geht es ums Urlaubsschwimmen, nicht ums Schnorcheln.
Angebot und Preis-Leistung
Sutomore hat von allem mehr: mehr Restaurants (von sehr gut bis sehr günstig), mehr Wassersportverleih, mehr Strandbars, mehr Unterkünfte. Es gehört außerdem zu den günstigsten Küstenorten Montenegros. Čanj bietet weniger Auswahl, doch das Preis-Leistungs-Verhältnis in seinen Konobas ist konkurrenzfähig, und die geringere Strandauslastung bedeutet, dass man weniger Liegestühle mieten oder problemlos eine eigene Matte mitbringen kann, ohne deplatziert zu wirken.
Für wen sich welcher Strand eignet
Sutomore ist die natürliche Heimat des budgetbewussten Strandurlaubs – groß, fröhlich, gut versorgt und wirklich günstig. Ideal für Reisende, die mit dem Zug aus Belgrad ankommen und innerhalb von zehn Minuten die Koffer abgestellt und im Wasser sind, für große Gruppen, die Auswahl bei Essen und Nightlife brauchen, und für alle, die das besondere Flair einer lebhaften Balkan-Strandstadt schätzen.
Čanj eignet sich für Familien, die Sand ohne Gedränge möchten, und für Besucher, die einen Strand suchen, der sich wie ein kleiner Ort anfühlt und nicht wie ein Ferienressort.

