Wer in Herceg Novi oder Kotor untergebracht ist und eine Auszeit vom Trubel der Budva-Riviera sucht, findet in Žanjic und der Orahovac Bay beides: kristallklares Wasser, entspannte Atmosphäre und die dramatischen Kalksteinwände der Bucht als Kulisse. Der Unterschied liegt in der Anreise, im Angebot vor Ort und darin, für welchen Reisestil jeder Strand besser geeignet ist.
Lage und Anreise
Žanjic liegt auf der Luštica-Halbinsel nahe Herceg Novi, in einer kleinen Bucht unterhalb eines Rückens aus Aleppo-Kiefern. Der einzig praktische Weg dorthin führt per Taxiboot vom Hafen Rose oder von der Fähranleger Herceg Novi – eine 10- bis 20-minütige Fahrt, die etwa 5 EUR pro Person und Richtung kostet und gleichzeitig eine malerische Überquerung der Bucht darstellt. Es gibt keinen Straßenzugang, was den Strand angenehm ruhig hält. Bei der Ankunft betritt man feinen Kiesel, den Wasser umspült, das an den Rändern aquamarinblau und in der Mitte tief jadegrün schimmert.
Die Orahovac Bay (Orahovac plaža) liegt etwa auf halber Strecke des westlichen Ufers der Bucht, zwischen Kotor und Risan, erreichbar per Auto auf der Küstenstraße oder mit einem kurzen Spaziergang vom Dorf. Wer mit dem Auto kommt, kann alles Notwendige mitbringen – Kühlbox, Schnorchelausrüstung, Luftmatratzen – ohne auf Fährzeiten achten zu müssen. Das Ufer besteht aus mittelgrobem Kiesel, der in gröberen Schotter übergeht; dahinter erhebt sich fast senkrecht eine Karstfelsenwand.
Wasser und Schwimmen
Beide Strände profitieren vom größten Vorteil der Bucht von Kotor: flaches, geschütztes Wasser, nahezu ohne Wellengang. Die Wassertemperaturen erreichen im August rund 25–26 °C, und die geschlossene Bucht sorgt dafür, dass das Meer schnell warm wird – ab Mitte Juni angenehm zum Schwimmen. Žanjic hat einen etwas sandigeren Untergrund im Flachwasser, was kleinen Kindern das Hineingehen erleichtert. Die Orahovac Bay fällt etwas schneller ab – ein Vorteil für Schnorchler und Schwimmer, die Tiefe schätzen. Keiner der Strände hat einen Rettungsschwimmer; allein schwimmende Gäste sollten daher sicher im Freiwasser unterwegs sein.
Einrichtungen und Liegestühle
Žanjic hat sich in den letzten Jahren stetig entwickelt. Eine Strandbar und eine Taverne bieten gegrillten Fisch, einheimischen Wein und kühle Getränke; Liegestuhl-Schirm-Sets kosten in der Regel etwa 10–15 EUR pro Set und Tag. Da die Bucht begrenzt ist und das Boot die einzige Anreisemöglichkeit darstellt, bleibt der Andrang auch im Juli und August überschaubar. Wer mit dem ersten oder zweiten Morgenboot ankommt, findet einen guten Platz.
Die Orahovac Bay ist schlichter gehalten. Eine kleine Konoba (Familientaverne) am Strandrand kümmert sich um Essen und Getränke, und einfache Liegestühle können zu ähnlichen Preisen gemietet werden, aber das Gesamtgefühl ist dörflich-lokal statt touristisch. Handtuch, eine Tasche mit Proviant und vielleicht eine Schnorchelmaske empfehlen sich mitzubringen. Die spartanische Infrastruktur ist Teil des Reizes.
Atmosphäre und Publikum
Žanjic zieht ein gemischtes Publikum an – Paare, in Herceg Novi ansässige Expats, Tagesausflügler auf Insel-Hopping-Tour aus Kotor oder Budva sowie jüngere Reisende, die den Strand in Reiseblogs entdeckt haben. Hier herrscht Atmosphäre ohne Lärm: An der Bar läuft Musik, aber DJs oder Abendveranstaltungen gibt es nicht. Die Orahovac Bay ist noch ruhiger – hauptsächlich einheimische Familien aus Kotor und Risan, ältere Paare und gelegentlich Auslandsreisende, die gut recherchiert haben. Wer das Gefühl sucht, einen Ort entdeckt zu haben, den der Massentourismus noch nicht ganz erreicht hat, hat in Orahovac die Nase vorn.
Für wen ist welcher Strand geeignet?
**Žanjic** ist die bessere Wahl, wenn Sie in Herceg Novi untergebracht sind, das Ritual einer Bootsüberfahrt genießen, eine richtige Strandbar mit Verpflegung wünschen und bereit sind, dafür einen kleinen Aufpreis zu zahlen. Im Juni und September ist es wirklich ruhig; Juli und August sind lebhafter, aber nie überwältigend.
**Orahovac Bay** belohnt Reisende, die in oder um Kotor untergebracht sind, ein Auto oder Motorrad haben, minimale touristische Infrastruktur bevorzugen und die Freiheit schätzen, nach eigenem Zeitplan zu kommen und zu gehen. Es ist auch einer der fotogensten Orte der gesamten Bucht – morgens spiegelt sich die senkrechte Karstfassade im stillen Wasser.

