Sveti Stefan Beach und Jaz Beach liegen kaum 25 km voneinander entfernt an der Budva Riviera – und doch könnten sie unterschiedlicher nicht sein. Sveti Stefan ist das Montenegro der Postkarten: eine Kieselbucht in zartem Rosa, umrahmt vom berühmten Inselhotel, mit einer ruhigen Atmosphäre und Liegen, die so viel kosten wie ein ordentliches Abendessen. Jaz ist das andere Montenegro: ein langer, sand-kiesiger Bogen, der die Strandbühnen des EXIT-Festivals beherbergt und alle anzieht – von Familien mit Kleinkindern bis zu Zwanzigjährigen, die DJ-Sets nachjagen. Die Wahl hängt davon ab, welche Art von Strandtag – oder Strandwoche – Sie sich wünschen.
Der Strand selbst
Sveti Stefan Beach ist durch einen kurzen Damm, der zur ummauerten Insel führt, in eine nördliche und eine südliche Hälfte geteilt. Beide Hälften bestehen aus feinem Kies und kleinen Steinen, die sorgfältig gerecht werden. Das Wasser wird nach wenigen Zügen tiefblau – der Strand trägt dauerhaft die Blaue Flagge. Die Kulisse – Terrakottadächer, die aus dem Meer aufragen, dahinter Pinien – macht ihn zu einem der meistfotografierten Orte der Adria.
Jaz ist breiter und länger: rund 1,5 km aus gemischtem Kies und grobem Sand, der sich unter den Füßen angenehmer anfühlt. Das Wasser ist klar, in Ufernähe aber flacher, was ihn sicherer für Kinder macht. Am nördlichen Ende bilden sich ein kleiner Bach und eine saisonale Lagune – ein Lieblingsplatz für Familien. Die Kulisse sind grüne Hügel statt einer mittelalterlichen Insel, doch auch Jaz hat seinen eigenen Zauber, wenn das Nachmittagslicht das Wasser trifft.
Die Atmosphäre
Am Sveti Stefan Beach herrscht gedämpfte Eleganz. Gäste des Aman-Resorts haben eigene Bereiche; der öffentliche Strand ist dennoch gepflegt, beschaulich und von Paaren, Wellnessreisenden und Gästen bevölkert, die viel Geld investiert haben, um hier zu sein. Musik, wo sie erklingt, bleibt dezent im Hintergrund. Der Dresscode ist unausgesprochen, aber verstanden: Leinenkaftan, kein Fußballtrikot.
Jaz ist lauter und jünger. Mehrere Strandbars und Clubs lassen ihre Soundsysteme ab dem frühen Vormittag laufen, und im Juli und August kann der Strand ein echtes Festivalflair entwickeln. Während des EXIT-Festivals (meist Ende Juni oder Anfang Juli) wird er zum offiziellen Veranstaltungsort; sonst ist er einfach belebt, energiegeladen und spaßig.
Einrichtungen und Kosten
Am Sveti Stefan Beach kostet ein Liegenset mit Sonnenschirm auf den öffentlichen Abschnitten üblicherweise 20–30 EUR pro Tag; ein Baldachin oder eine Cabana kann 60–100 EUR erreichen. Die Strandbars führen Cocktails und leichte mediterrane Küche. Das Parken ist kostenpflichtig und in der Hochsaison begrenzt – kommen Sie vor 9 Uhr oder nutzen Sie den Shuttle aus Budva.
Jaz ist demokratischer. Liegensets kosten im Schnitt 15–20 EUR, und mehrere Anbieter buhlen um Ihre Gunst, was die Preise im Rahmen hält. Die Strandbars servieren gegrillten Fisch, Ćevapčići, kühles Nikšićko und frische Säfte. Das Parken ist einfacher (ein großer Schotterparkplatz hinter dem Strand), und der Linienbus aus Budva kostet fast nichts. Pedalos und Kajaks können am Nordende ausgeliehen werden.
Badesaison und Meer
Beide Strände teilen dasselbe adriatische Mikroklima: angenehm ab Mitte Juni, am wärmsten im August, wenn die Wassertemperaturen 25–26 °C erreichen, und wohltuend ruhig im September, wenn die Massen abnehmen. Die etwas geschütztere südliche Bucht von Sveti Stefan kann an windigen Tagen ruhiger sein. Jaz ist stärker dem offenen Meer zugewandt, was das Schwimmen lebhafter macht, bei Bora jedoch aufrauen kann.
Für wen sich welcher Strand eignet
Sveti Stefan Beach belohnt alle, die Dramatik ohne Lärm suchen – Flitterwochen-Paare, designbewusste Reisende, Fotografen und alle, die bereit sind, für Schönheit und Ruhe einen Aufpreis zu zahlen. Kommen Sie für einen halben Nachmittag, wenn das Licht golden ist und die Massen sich gelichtet haben.
Jaz eignet sich für Gruppen, Familien, budgetbewusste Besucher und alle, die einen langen Strandtag mit Essen, Musik, Wasserspielzeug und der Möglichkeit zu tanzen nach Sonnenuntergang möchten. Er ist auch die bessere Wahl, wenn Sie mit Kindern unter zehn Jahren reisen.

