Die Geografie von Budva
Budvas Küste ist kein einziger langer Strand, sondern eine Reihe von eigenständigen Buchten, die durch felsige Landzungen und kleine Halbinseln voneinander getrennt sind. Die Altstadt – eine venezianische Stadtmauer-Stadt, die nach einem verheerenden Erdbeben 1979 wiederaufgebaut wurde – liegt auf einer eigenen kleinen Halbinsel und bildet den Mittelpunkt des Ganzen. Von hier aus erstrecken sich die Strände nach Norden in Richtung Jaz und nach Süden entlang der sogenannten Budva-Riviera, vorbei an Bečići, Rafailovići und Sveti Stefan bis nach Petrovac. Wer diese Geografie versteht, hört auf, zwischen den Stränden zu laufen, und nimmt stattdessen Taxis oder die Küstenstraße.
Slovenska Plaža und der Altstadtstrand
Slovenska Plaža erstreckt sich direkt nördlich der Altstadtmauern – etwa 1,5 Kilometer Kies-Sand-Strand, der zentral gelegenste in der Stadt. Hier ist die Strandbar-Dichte am höchsten: Coral, Trocadero, Dukley Beach, Aquarius und ein Dutzend weitere kämpfen um die besten Lagen an der Strandfront. Die meisten arbeiten nach dem Liegestuhl-plus-Mindestkonsum-Modell, üblicherweise €10–20 pro Person im Juli-August-Hochbetrieb. Wer einfach kostenlos schwimmen möchte, kann die öffentlichen Felsplattformen am Fuß der Altstadtmauern nutzen – sie sind immer zugänglich.
Der Altstadtstrand selbst (lokal Stari Grad plaža genannt) umschließt die seeseitigen Mauern. Er ist winzig – vielleicht 100 Meter – aber die Kulisse ist außergewöhnlich: bernsteinfarbenes mittelalterliches Gemäuer, das direkt aus dem Meer ragt, darüber die Festung Citadela. Im Sommer sollte man vor 9 Uhr morgens da sein, wenn man einen Platz möchte.
Mogren Beach
Zehn Gehminuten südlich der Altstadt auf einem Klippenpfad liegt Mogren, Budvas schönster Strand und zugleich einer der zuverlässig gedrängsten. Es sind eigentlich zwei Strände – Mogren I und Mogren II –, verbunden durch einen kurzen Felstunnel. Der Zugangsweg bietet einige der schönsten Ausblicke an der Küste. Beide Strände sind kiesig mit etwas Sand, mit organisierten Liegeflächen und je einer Strandbar. Das Wasser hier ist tiefer und klarer als an der Slovenska Plaža; an den Felsen auf der rechten Seite von Mogren II lässt sich gut schnorcheln.
Jaz Beach
Fünf Kilometer nordwestlich von Budva ist Jaz einer der größten Strände Montenegros – etwa zwei Kilometer lang, gut sandhaltig und von einer flachen Ebene gesäumt, auf der schon Konzerte stattgefunden haben (U2 und die Rolling Stones spielten beide hier). An einem normalen Sommertag fasst er eine erstaunliche Zahl von Menschen, ohne so bedrängend zu wirken, wie es klingt. Die Strandbars und Clubs an Jaz gehören zu den größten im Land, mit DJ-Lineups, die Schritt halten mit der kroatischen Inselszene. Parkplätze sind vorhanden, aber teuer; der Strand ist per Taxi oder mit den Sommer-Küstenbussen gut erreichbar.
Bečići und Rafailovići
Knapp südlich von Budva bilden Bečići und Rafailovići einen nahezu durchgehenden Strandkranz von etwa zwei Kilometern Länge, hinter dem sich ein dichtes Hotelband erstreckt. Bečići hat vor Jahren die Europäische Blaue Flagge erhalten und pflegt diesen Ruf; der Strand ist gepflegt, wenn auch eng. Die Bar- und Restaurantszene hier ist etwas entspannter und familienfreundlicher als die Slovenska Plaža – gut zum Mittagessen, weniger intensiv, was das Nachtleben betrifft. Rafailovići ist die ruhigere südliche Hälfte mit mehr Ferienwohnungen in Privathäusern im Hinterland.
Sveti Stefan
Zwölf Kilometer südlich von Budva ist das Eiland Sveti Stefan – ein gesamtes mittelalterliches Dorf, das zu einem Luxushotel umgebaut wurde – das Inbegriffsbild der montenegrinischen Küste. Das Aman Sveti Stefan Resort kontrolliert die Insel selbst sowie den angrenzenden Miločer Beach (ein ehemaliger königlicher Park), doch der öffentliche Strand auf der Festlandseite des Damms ist frei zugänglich und spektakulär: rosafarbener Kies, türkisfarbenes Flachwasser, die Insel selbst als Kulisse. Die Strandbar hier wird unabhängig betrieben und ist für hiesige Verhältnisse zu teuer – aber die Aussicht ist das Ziel.
Praktische Hinweise
Budva ist im Juli und August extrem belebt. Die Altstadt und Slovenska Plaža insbesondere können an heißen Wochenenden, wenn Tagesausflügler aus Podgorica eintreffen, überwältigt wirken. Wem Menschenmassen wichtig ist zu vermeiden, sollte den Juni anvisieren (Wassertemperatur rund 22–23 °C, noch überschaubar) oder September (immer noch warm, dramatisch ruhiger). Die meisten Strandbars sind von Ende Mai bis Anfang Oktober geöffnet, die Hauptsaison läuft von Juni bis September. Parken in Strandnähe kostet €1–2 pro Stunde; per Taxi von der Unterkunft anzureisen ist meist die bessere Wahl.
