Reiseführer

Einsteiger-Guide zu den Strandlokalen an der Velika Plaža, Ulcinj

13 Kilometer Sand, Dutzende von Strandlokalen und keine Wegweiser – so navigierst du bei deinem ersten Besuch durch Montenegros größten Strand.

Anreise zur Velika Plaža

Der gebräuchlichste Weg ist die Anreise mit dem Auto auf der Küstenstraße D1 von der Stadt Ulcinj aus; sie verläuft parallel zum Strand von Norden her. Die wichtigsten Zugangspunkte sind ausgeschildert, mehrere Bars sind bereits von der Straße aus sichtbar, andere erfordern einen kurzen Fußweg auf sandigen Pfaden. Es gibt keine Promenade, die sich über die gesamte Länge erstreckt – der Strand selbst ist der Verbindungsweg. Im Juli und August fährt ein Minibus vom Hauptplatz Ulcinjs (Trg Besa) zu den beliebtesten Zugangspunkten, ungefähr alle 30–45 Minuten; den aktuellen Fahrplan erfährt man am Busbahnhof.

Das nördliche Ende: am erschlossensten und am stärksten besucht

Die ersten Strandbars, die man von Ulcinj kommend erreicht, sind auch die am meisten entwickelten. Die Copacabana Beach Bar ist das Wahrzeichen: ein großer, gut organisierter Betrieb mit Sonnenliegen, Baldachinen, einer vollwertigen Küche, einer Bar und regelmäßigen Musikveranstaltungen. Die Beschilderung ist klar und das Personal spricht genug Englisch, um den ersten Besuch problemlos zu gestalten. Die Preise sind nach montenegrinischen Maßstäben fair – Sonnenliegen kosten etwa 5–7 €, Baldachine rund 30 € pro Tag, ein Teller gegrillter Fisch 12–16 €. Innerhalb von 200 Metern befinden sich mehrere konkurrierende Bars; Horizon Beach und Maxx Beach sind die weiteren bekannten Namen. Alle drei verfügen über Parkplätze, die nach 10 Uhr schnell belegt sind.

Der mittlere Abschnitt: lokales Flair, entspannte Atmosphäre

Geht oder fährt man von der Hauptgruppe aus südwärts, werden die Strandbars seltener und der Charakter ändert sich. Man befindet sich nun im Bereich des montenegrinischen Familienurlaubers: ältere Bargebäude, schlichtere Speisekarten (gegrilltes Fleisch neben Fisch, Hauswein aus dem Karaffe), weniger englischsprachiges Personal. Das ist keine Kritik – das Essen ist hier oft besser und günstiger, und die Atmosphäre ist deutlich lokaler. Achte auf kleine handgemalte Schilder, die von der Straße abzeigen. Diese Bars im mittleren Abschnitt tauchen kaum auf Buchungsplattformen auf; einfach hinfahren, eine Liege suchen und bestellen.

Das südliche Ende: fast menschenleer

Ab einem bestimmten Punkt verschwinden die Bars vollständig und der Strand wird breiter und leerer. Hierher kommen Paare, Alleinreisende und alle, die nach Einsamkeit suchen. Es gibt hier nichts: keinen Schatten, keine Einrichtungen, keine Toiletten. Wer hierher möchte, sollte Wasser, Sonnencreme und Schattenschutz mitbringen. Die Belohnung ist ein Abschnitt von einem der schönsten Strände Europas, den man ganz für sich allein hat. Man folgt dem Sandweg (jedes kleine Auto schafft ihn, solange man auf dem festgepackten Teil bleibt), bis die Straße praktisch endet.

Ada Bojana: der letzte Punkt

Der Strandweg führt schließlich zur kleinen Siedlung rund um die Insel Ada Bojana. Man überquert die kleine Brücke oder nimmt das Boot (wenige Euro) und befindet sich auf der Insel – auf beiden Seiten Sandstrände, auf der einen der Fluss, auf der anderen das offene Meer. Die Fischerrestaurants hier sind der beste Grund, die gesamte Strecke auf sich zu nehmen: Sie servieren, was morgens gefangen wurde, einfach gegrillt, zu Preisen, die sich anfühlen wie in einem anderen Land.

Was man mitbringen sollte

Sonnencreme (am Strand teuer zu kaufen), Bargeld (kleinere Bars haben oft keine Kartenzahlung), Badeschuhe (nützlich für die gelegentlichen felsigen Abschnitte) und mehr Wasser, als man zu brauchen glaubt – am südlichen Ende gibt es keinen Schatten und die Sonne reflektiert intensiv vom Sand. Eine Strandtasche mit Verschluss hält den feinen Sand in Schach. Ein Windschutz oder eine leichte Schattenkonstruktion lohnt sich, wenn man einen ganzen Tag am ruhigeren Ende des Strandes verbringen möchte.

Ohne Auto unterwegs

Der Minibus ist zuverlässig für die nördlichen Bars; weiter südlich braucht man ein Taxi oder einen Motorroller. Taxis von der Stadt Ulcinj nach Ada Bojana kosten rund 8–12 €; die Rückfahrt sollte man im Voraus buchen oder den Fahrer bitten zu warten. Motorroller sind in Ulcinj für 25–35 € pro Tag zu mieten und die praktischste Möglichkeit, den gesamten Strand in eigenem Tempo zu erkunden.

Empfohlene Strandlokale

Häufig gestellte Fragen

Wie lang ist die Velika Plaza, und wie weit liegen die Strandlokale voneinander entfernt?

Die Velika Plaza erstreckt sich über ca. 13 km entlang der Küste südlich von Ulcinj und ist damit der längste Sandstrand Montenegros und einer der längsten der Adria. Die Strandlokale und Liegenverleiher verteilen sich über diese gesamte Länge, sodass die Entfernungen zwischen einzelnen Spots erheblich sein können – von einem Ende zum anderen zu laufen dauert weit über zwei Stunden.

Wer Barhopping plant, spart viel Zeit, wenn er sich in der Stadt ein Fahrrad leiht oder mit dem Taxi zu einem bestimmten Abschnitt fährt. Die meisten Erstbesucher wählen einen Strandabschnitt für den ganzen Tag und versuchen nicht, den gesamten Strand abzudecken.

Was kostet eine Sonnenliege oder ein Liegensatz an den Strandlokalen der Velika Plaza?

An den meisten Strandlokalen der Velika Plaza kostet eine einzelne Sonnenliege ca. EUR 5–15 pro Tag, während ein Set aus zwei Liegen und Sonnenschirm je nach Lage und Betreiber in der Regel EUR 15–30 kostet. Spots näher an den Zufahrtsstraßen oder mit zusätzlichem Service wie Getränkekarten tendieren zum oberen Ende dieser Spanne.

Viele Betreiber verlangen statt einer Pauschalleihgebühr einen Mindestverzehr für Speisen oder Getränke, besonders im Hochsommer Juli und August. Wer an belebten Tagen vor 10:00 Uhr ankommt, hat die beste Platzauswahl, ohne sich unter Druck gesetzt zu fühlen, schnell entscheiden zu müssen.

Wann ist die beste Jahreszeit für einen Besuch der Velika Plaza ohne das Hochsaisongedränge?

Juni und September bieten für die Velika Plaza den goldenen Mittelweg: Das Meer ist warm genug zum angenehmen Schwimmen (ca. 22–24 °C im Juni, noch über 23 °C im September), Sonnenliegen sind leicht zu finden, und das Strandpersonal lässt sich beim Verweilen über ein Essen mehr Zeit. Der Sandstrand sieht vor den August-Massen auch am schönsten aus.

Juli und August bringen das wärmste Wasser (bis 25–26 °C) und die lebendigste Atmosphäre, aber der Strand füllt sich früh und manche Lokale sind bis Mitte des Vormittags wirklich überfüllt. Bei einem Hochsaisonbesuch empfiehlt sich eine Ankunft vor 9:00 Uhr oder nach 17:00 Uhr, wenn die Sonne tiefer steht und die Massen nachlassen.

Kann ich eine Sonnenliege oder einen Tisch bei einem Strandlokal der Velika Plaza im Voraus reservieren?

Die meisten Strandlokale der Velika Plaza funktionieren nach dem Walk-up-Prinzip, aber einige der etablierteren Bars nehmen in der Hochsaison (Juli–August) Reservierungen per Telefon, WhatsApp oder Instagram-Direktnachricht an. Eine Anfrage am Tag zuvor reicht außerhalb der ersten zwei Augustwochen – der absolut belebtesten Zeit – in der Regel aus.

Für größere Gruppen oder wenn man einen bestimmten Schattenspot wie einen Baldachin oder eine Cabana (typischerweise EUR 40–100 pro Tag) möchte, wird eine Vorabreservierung dringend empfohlen. Zuerst die Instagram-Seite des Lokals prüfen – die meisten posten dort ihre Kontaktdaten und manchmal auch tägliche Verfügbarkeitsupdates.