Porto Montenegro: die Verwandlung
Vor einem Jahrzehnt war Tivat vor allem für seinen Flughafen und eine verrostende Marinewerft bekannt. Dann kaufte ein kanadischer Milliardär die Werft und verwandelte sie in Porto Montenegro — eine Superjacht-Marina mit 630 Liegeplätzen, umgeben von Luxuswohnungen, Designerboutiquen und Restaurants an der Uferpromenade. Sie wurde um 2014 vollständig eröffnet und hat seitdem stetig expandiert. Die Marina verfügt heute über einen eigenen Beachclub (Ponta Beach Club, direkt neben der Hauptpromenade), ein Nautikmuseum sowie einen Geh- und Radweg, der sich über die gesamte Länge des Geländes erstreckt.
Ponta Beach ist das Flaggschiff: ein bewirtschafteter Strand mit Sonnenliegen, Sonnenschirmen, einer Vollservice-Bar und einer Gästeschar, die per Beiboot von Yachten anreist, die zu groß zum Anlegen sind. Die Liegenmiete beträgt in der Hochsaison 15–25 € pro Stück; die Cocktails sind entsprechend bepreist (10–15 €). Doch die Atmosphäre ist ausgezeichnet, die Musik kuratiert statt aufdringlich, und die Bergkulisse — Vrmac auf der einen Seite, Lovćen in der Ferne — ist schlichtweg spektakulär.
Jenseits der Marina
Das Porto-Montenegro-Areal nimmt nur einen Teil der Tivater Küstenlinie ein. Wer der Straße nördlich an der Marina vorbei folgt, erlebt einen raschen Charakterwechsel. Die Strände rund um Župa und Đuraševići sind rauer, günstiger und deutlich weniger überlaufen — Familien mit Kindern, Einheimische auf Tagesausflug, gelegentlich ein Wohnmobil. Das Sand-Kies-Gemisch ist weniger gepflegt als in Ponta, doch das Wasser hat dieselbe Farbe.
Südlich von Porto Montenegro kurzt die Straße in Richtung der kleinen Ortschaft Čelovina ab, wo in umgebauten Bootshäusern eine Reihe unkomplizierter Cafés und Strandbars betrieben werden. Wer früh morgens kommt, hat das Gelände womöglich ganz für sich; der Blick zurück über die Bucht nach Kotor ist die kurze Anreise allemal wert.
Die Halbinsel Tivat und Luštica
Der Flughafen Tivat liegt auf einem Landzipfel, der in die Bucht hineinragt; südlich der Start- und Landebahn beginnt die Halbinsel Luštica. Dieses überwiegend ländliche Gebiet erlebt seine eigene Entwicklungswelle — das Resort Lustica Bay befindet sich seit mehreren Jahren im Bau, mit Stränden, Hotel und einem Golfplatz, die eine abgeschlossen wirkende Enklave bilden. Die öffentlichen Strände an Lušticas Außenküste (zur offenen See hin, nicht zur Bucht) gehören zu den am wenigsten besuchten der gesamten montenegrinischen Küste: felsig, sauber und über Schotterstraßen erreichbar. Der Strand Mirišta an der Halbinselspitze ist ein Lieblingsort unter montenegrinischen Motorradfahrern und abenteuerlustigen Wanderern.
Das Dorf Rose
An der äußersten Spitze der Halbinsel Luštica, rund 20 Fahrminuten von Tivat entfernt (sofern die Straße mitspielt), liegt Rose — ein Häusercluster aus Stein, auf dem Landweg kaum erreichbar, mit einem winzigen Kiesstrand und ein paar Fischern, die vorbeikommenden Besuchern mitunter ein Mittagessen zubereiten. Keine Strandbar, kein Parkplatz, kein organisiertes Angebot. Es ist womöglich der schönste Ort im nahen Umkreis von Tivat und vom Massentourismus so gut wie unentdeckt.
Essen und Trinken in Tivat
Die Restaurantzeile von Porto Montenegro ist wirklich hervorragend — vielfältig, qualitätsbewusst und zu Preisen, die budgetbewusstes Planen lohnen (rechnen Sie mit 30–60 € pro Person für ein Abendessen mit Wein). Abseits der Marina bieten Tivats ältere Stadtzentrum-Konoben dieselbe Seafood-Qualität zum halben Preis. Für Strandsnacks verkaufen die Bäckereien (Pekare) rund um den Hauptplatz Burek und Käsepasteten, die unvergleichlich besser und günstiger sind als alles, was ein Beachclub aufzutischen hat.
Anreise und Fortbewegung
Der Flughafen Tivat verfügt über Direktverbindungen in mehrere europäische Städte und ist damit oft der praktischste Einstiegspunkt für eine montenegrinische Küstenreise. Der Flughafen liegt per Taxi drei Minuten von Porto Montenegro entfernt (5–7 €). Für die Erkundung der Halbinsel Luštica ist ein Miet-Auto oder -Roller unerlässlich; die örtlichen Rollerverleihbetriebe verlangen etwa 25–40 € pro Tag. Die Küstenstraße zwischen Tivat und Budva (über Jaz) dauert außerhalb der Stoßzeiten mit dem Auto etwa 20 Minuten.
