Die Bura (italienisch/international: Bora) ist ein heftiger, kalter, katabatischer Nordostwind, der von den Dinarischen Alpen herabstürzt und mit wenig Vorwarnung und beträchtlicher Kraft über die Adria fegt. An der montenegrinischen Küste ist die Bura am häufigsten im Spätherbst, Winter und Frühling, kann aber auch im September und sogar im August auftreten. Ein Bura-Ereignis kann innerhalb von Minuten aus ruhigen Verhältnissen entstehen und innerhalb weniger als einer Stunde von glattem Meer zu Weißkappen führen. Windgeschwindigkeiten von 60–80 km/h sind bei moderaten Ereignissen üblich; schwere Bura kann 150 km/h überschreiten – selten, aber nicht unbekannt an den exponierten Küstenabschnitten zwischen Petrovac und Bar. Die Bura ist ein trockener Wind – sie senkt die Luftfeuchtigkeit schlagartig und folgt auf Regen, hinterlässt eine brillante Lichtklarheit und außergewöhnliche Sichtweite. Für Strandbesucher sind die wichtigsten Auswirkungen: empfindliche Windkälte an scheinbar sonnigen Tagen, Schwierigkeiten beim Aufstellen und Halten von Sonnenschirmen (die meisten Betreiber klappen sie bei Bura ein), gefährliche Bedingungen für Kleinboote und Seekajaks sowie gefährliche Abtrift für Schwimmer. Die Bura ist ein prägendes meteorologisches Merkmal des Adriaküstenlebens und wird von Einheimischen als ernstes Wetterphänomen respektiert.
Verwandte Begriffe: Bucht von Boka / Bucht von Kotor (Bokokotorski Zaliv), Montenegrinische Küste (Crnogorsko Primorje), Wassertemperatur (Jahreszeiten), Maestral (Maestro / Mistral) Wind, Jetski-Verleih